Tourismus Schagen 2026 – kein Selbstverständlicher Erfolg

Die landesweite Debatte über die Mehrwertsteuererhöhung für Beherbergung und Freizeit hat den Tourismus ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt. Diese Diskussion gab unmittelbar Anlass zu einer lokalen Umfrage unter Unternehmen des Freizeit- und Tourismussektors in der Gemeinde Schagen.

Die Ergebnisse zeichnen ein eindeutiges Bild. Obwohl der Tourismus oft als sich selbst tragender Sektor gilt, weisen Unternehmer darauf hin, dass diese Annahme zunehmend unbegründet ist. Angesichts steigender Steuerbelastung, zunehmender Kosten und sinkender Gewinnmargen wachsen die Sorgen um das Jahr 2026. Erstmals seit Jahren rechnet ein erheblicher Anteil der Unternehmer ernsthaft mit einem weniger erfolgreichen Tourismusjahr.

“Die Vorstellung, der Tourismus werde immer überleben, wird der Realität nicht gerecht”, sagt Kees de Wit, Vorsitzender des Wirtschaftsverbands Schagen, Sektor Freizeit und Tourismus. “Nationale Maßnahmen wirken sich direkt vor Ort aus. Das sollte man nicht vergessen.”

Besonders die Vermietung von Ferien- und Freizeitbungalows steht unter Druck. Die Saison hat schleppend begonnen. Die Buchungszahlen liegen unter denen des Vorjahres. Gäste warten länger, vergleichen Angebote genauer und achten verstärkt auf den Preis. Ihr Geldbeutel spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Betreiber spüren die Auswirkungen sofort. Die Auslastung ist rückläufig, und die Gewinnmargen schrumpfen. Das heißt aber nicht, dass die Menschen gar nicht mehr in Urlaub fahren. Sie tun es nur anders: vorsichtiger, bewusster und oft später.

“Während Bungalowvermietungen zu kämpfen haben, präsentieren sich Campingplätze deutlich positiver”, erklärt De Wit. “Sie sind preiswert, flexibel und gut erreichbar. Hotels und Pensionen liegen irgendwo dazwischen. Dieser Sektor bleibt stabil, auch dank Kurzaufenthalten und Last-Minute-Buchungen.”

Die Umfrage zeigt, dass Unternehmer sich nicht nur um Kosten und Regulierungen sorgen, sondern auch realistische Erwartungen von der Politik erwarten. Gleichzeitig wird die Bedeutung von Zusammenarbeit, Sichtbarkeit und gemeinsamem Marketing hervorgehoben – nicht als unverbindlicher Wunsch, sondern als notwendige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit.

Der Wirtschaftsverband Schagen arbeitet gemeinsam mit Partnern wie Strand en Land weiterhin daran, das Bewusstsein für diese Signale zu schärfen und ein zukunftsfähiges Tourismusklima in der Gemeinde Schagen zu schaffen.

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