An unserer Küste tobte jahrhundertelang ein unaufhörlicher Kampf gegen den Wasserwolf. Dieser Name symbolisiert die zerstörerische Kraft des Meeres, das unersättlich Land und Dörfer verschlang. Wo das Wasser aufschlug, blieb kaum etwas stehen; es war ein nie endender Kampf der Menschen gegen die Naturgewalt.
Im Laufe der Zeit konnte die Bedrohung durch kluges Wassermanagement und unermüdliche Anstrengungen eingedämmt werden. Die Spuren dieses Kampfes sind besonders in Petten sichtbar. Das Dorf war ständig von Bodenerosion bedroht. Während der St.-Elisabeth-Flut (1421) wurde Petten vollständig weggespült und der Dünenkamm beschädigt. Daraufhin wurde 1432 hinter den Dünen ein zweiter Deich errichtet, und ab 1506 erfolgte ein aktiver Küstenschutz mit Buhnen. Dennoch wurden 1625 über 100 Häuser weggespült, und die Kirche von Petten stand schließlich etwa 20 Meter vom Strand entfernt, wo sie bis 1701 verblieb.
Der Bau des Hondsbossche-Seeschutzdamms begann 1793 und wurde zwischen 1870 und 1877 abgeschlossen. Seitdem blieb das Hinterland trocken und sicher, bis 2004 neue Maßnahmen erforderlich wurden. Die Seeschutzdämme Hondsbossche und Pettemer wurden als eine der acht ‘Schwachstellen’ der niederländischen Küste eingestuft. In den Jahren 2014/15 wurden 35 Millionen Kubikmeter Sand auf einer Länge von 8 Kilometern vor der Küste aufgeschüttet, wodurch sich die Küstenlinie um etwa 300 Meter seewärts verlagerte. Dabei entstand ein neues Dünengebiet, die Hondsbossche-Dünen.
Petten liegt heute sicher hinter hohen Dünen und robusten Deichen. Die Skulptur “De Waterwolf” erinnert an die Kraft der Natur, aber auch an den Mut und den Einfallsreichtum der Menschen, die das Land schützten und bewahrten. Die aus Cortenstahl gefertigte Skulptur, gehärtet und gezeichnet von Zeit und Elementen, symbolisiert diesen anhaltenden Kampf: kraftvoll und unnachgiebig. Ein Leuchtfeuer der Hoffnung für zukünftige Generationen.
Der Künstler Marco Käller lässt sich von maritimen Motiven inspirieren. Er fängt flüchtige Momente und die Zerbrechlichkeit des Wassers für die Ewigkeit in einem Material ein, das der Zeit trotzt. Seine Skulpturen und Reliefs fertigt er vorwiegend aus robustem, rotbraun oxidiertem Cortenstahl oder grob geschliffenem Edelstahl. Oftmals fein geschnitten und im Feuer geschmiedet. Jedes einzelne Werk ist ein Denkmal für das zerbrechliche Leben.